Möglichkeitsdenken

Utopie und Dystopie in der Gegenwart

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28.-29.06.2012

 

Attention! Change of Location!

 

The discussion on Friday evening will NOT take place in Hörsaal XXV, but in the Tagungsraum, Seminargebäude.

Utopien denken Möglichkeiten von Zukunft. Mit Beginn der historischen Moderne, in der die Erwartung an die Zukunft die Erfahrung der Vergangenheit übersteigt, entstehen in der je aktuellen Gegenwart Entwürfe, die Utopien genannt werden können. Die Temporalisierung der Erfahrung macht Projektionen in die Zukunft möglich (Reinhart Koselleck). Diese sind nie eindeutig. Sie liefern mehrdeutige Wunsch- und Schreckbilder auch in  eigentümlichen Verschränkungen. Die Einsicht in diese Dialektik nimmt mit dem Grad der Selbstreferentialität von Zukunftsentwürfen zu; Utopie und Dystopie bedingen sich wechselseitig. Gegenwärtig leben wir mit außerordentlich unsicheren Zukunftsperspektiven. Haben Utopien nur in Dystopien überlebt? Nach dem Ende des Utopismus-Verdachts am Beginn der 90er Jahre geht es heute um eine Bestandsaufnahme von Zukunftspotentialen, um Diskussionen von Denkformen des Hypothetisch-Möglichen. Bietet die Tradition des utopischen Denkens Anknüpfungspunkte für aktuelle, positiv oder negativ konnotierte Zukunftsbeschreibungen? Sind Planung, Ordnung, Hoffnung oder Erfüllung noch brauchbare Begriffe? Literatur und Wissenschaft sind stets ein genuiner Ort für kontroverse Zukunftsprojektionen. Welche  Rahmenbedingungen bietet die Universität als institutioneller Möglichkeitsraum? Liefern aktuelle Konzepte des Lernens und der Bildung adäquate Antworten auf bestehende Zukunftserwartungen? Der Fragenkatalog lässt sich fortsetzen. Wunschoder Warnbilder sind noch immer jenem utopischen Impuls verpflichtet, der den Blick aus der Gegenwart in die Zukunft richten will. Die Frage nach der Zukunft utopischen Denkens stellt somit in den Möglichkeiten temporalen, visionären und konjunktivischen Denkens zugleich die Frage nach dem Ort des Gesellschaftlichen und der Gesellschaft heute – und damit die Frage nach der Verbindlichkeit von Tradition, und das heißt auch: nach Traditionen des Utopisch


Programm


Donnerstag 28. Juni 2012

Tagungsraum Seminargebäude Albertus-Magnus Platz

09.30 Günter Blamberger, Martin Roussel (Köln)

Begrüßung

            Wilhelm Voßkamp

Einführung

10.15 Gabriel Motzkin (Jerusalem)

Utopie, Dystopie und Evolution.

 

11.15  Kaffeepause

 

11.45 Arbogast Schmitt (Marburg)

Der Staat als Möglichkeitsraum individueller Selbstentfaltung bei Platon.

 

12.45  Mittagessen

 

14.15 Klaus L. Berghahn (Madison)

Möglichkeitsdenken als Kategorie der Philosophie und Dichtung in Ernst Blochs Prinzip Hoffnung.

 

15.15  Kaffeepause

 

15.45 Friedrich Balke (Weimar)

Darwin zwischen den Maschinen. Samuel Butler und die Möglichkeiten eines Denkens in der »Leere des verschwundenen Menschen«.

16.45 Roberto Simanowski (Basel)

Neue Formen der Öffentlichkeit und neue Technologien der Überwachung. Das Internet als Ort utopischer und dystopischer Praktiken.

 

Abendvortrag

 

18.30 Karl Heinz Bohrer (London)

Utopie Europa. Eine Ursache ihres Zerfalls.


Freitag 29. Juni 2012

Tagungsraum Seminargebäude Albertus-Magnus Platz

09.30 Vivian Liska (Antwerpen)

Utopie und Potentialität im modernen jüdischen Messianismus.

10.30 Matthias Löwe (Jena)

Utopie versus Anthropologie: Konstellationen eines Konflikts um 1800 und heute.

 

11.30  Kaffeepause

 

12.00 Hans Ulrich Seeber (Stuttgart)

Zu den Funktionen dystopischer Zukunftsentwürfe.

 

13.00  Mittagessen

 

15.00 Judith Leiß (Köln)

Gattungsgeschichte als Spirale. Heterotopie als Möglichkeit utopischen Schreibens in der Gegenwart.

 

16.00  Kaffeepause

 

16.30 Ryozo Maeda (Tokyo)

»Ikai« (andere Welten / andere Universen) im Manga.


Die Zukunft der Universität

Tagungsraum, Seminargebäude

Öffentliche Diskussion

19.00 Jürgen Fohrmann (Bonn)

Die Versprechen einer Institution. Die Universität als Projektionsraum

 

Respondenten:
Axel Freimuth (Köln)
Peter Strohschneider (München)
Moderation:

Wilhelm Voßkamp (Köln)

 

 Die Veranstaltungen sind öffentlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

 

Orte der Veranstaltungen an der Universität zu Köln:

Donnerstag 28. Juni: Tagungsraum Seminargebäude Albertus-Magnus Platz

Freitag         29. Juni:  Tagungsraum Seminargebäude Albertus-Magnus Platz

 


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